Aprikosenkernöl

05. August 2014

INCI-name: Prunus  Armeniaca Kernel Oil OPW bietet das Aprikosenkernöl in vielen verschiedenen Qualitäten an: kaltgepresst, kaltgepresst Bio und die raffinierte Qualität für die Anwendung in der Kosmetik- und Pharmaindustrie. Ursprung: Mittelmeergebiet, Australien, USA Die Aprikose hat ihren Ursprung in China, wo sie schon vor über 5.000 Jahren angebaut wurde. Bereits vor Christus brachten die Römer die Aprikosenfrucht nach Europa. Heute findet man den Aprikosenbaum rund ums Mittelmeer, in Australien und in den USA. Das Aprikosenkernöl wird aus dem Stein der Aprikosenfrucht gewonnen. Die Kerne der Süßaprikose  werden für den Einsatz als Speiseöl gepresst ; die bitteren Kerne der Wildaprikose für die Anwendung in der Kosmetik. Die Steine der Aprikose haben einen hohen Ölanteil, die Ölgewinnung liegt bei etwa 35%. Bei der Pressung entsteht hellgelbes, mildes,  nach Marzipan duftendes Öl, dass reich an essentiellen Fettsäuren wie Ölsäure (64,3%), Linolsäure (27,9%), Palmitinsäure (4,9%) sowie Vitamin E ist. Da das Öl durch seinen hohen Fettsäureanteil schnell ranzig wird, befindet sich nur eine sehr kleine Menge auf dem Markt. Diesem Prozess versucht man durch die Raffination entgegenzuwirken. Dadurch ist das Öl zwar länger haltbar, verliert jedoch einen Teil seines Aromas. Das Aprikosenkernöl ist ein universell einsetzbares Basisöl, mit einem ähnlichen Fettsäurespektrum wie das Mandelöl. Aufgrund eines  höheren Anteils an Linolsäure hat es jedoch eine leichtere Konsistenz. Aufgrund seiner milden Art sowie glättende und besänftigende Wirkung  ist es ein ideales Pflegeöl und wird gerne als Baby- oder Massageöl genutzt. Des Weiteren findet es seine Anwendung als  Reinigungsöl, zum Beispiel als Make-up Entferner. Da das Aprikosenkernöl sehr gut von der Haut aufgenommen wird, sich besonders zur Pflege trockener und rissiger Haut eignet, findet es  auch häufig Anwendung  in Salben und Cremes. Die Türkei ist eines der größten europäischen Anbaugebiete für Aprikosen. Überdurchschnittlich warme Temperaturen im Januar und Februar diesen Jahres führten zu einer sehr frühen Aprikosenblüte, ein erneuter Wintereinbruch mit Temperaturen von bis zu -10°C im März zerstörte jedoch ca. 85% der Blüten, vor Allem in den großen Hauptanbaugebieten der Schwarzmeerregion, Zentral-Anatolien und Ost-Anatolien. Die Provinz Malatya ist mit ca. 480.000 mt Aprikosen weltweit das größte Anbaugebiet. Ca. 95% der in Europa gehandelten Aprikosen stammen aus dieser Anbauregion. Der wirtschaftliche Schaden für die Provinz ist immens hoch. Farmer und Rohstoffhändler erhöhen beinahe täglich die Rohstoffpreise für Vorräte aus der 2013er Ernte, Abschlüsse für die neue Ernte werden noch nicht getätigt da man sich erst vergewissern möchte, welche Erntemengen mit der bevorstehenden Ernte letztendlich eingefahren werden. Auch die Ernteeinschätzungen für spanische Aprikosen liegt mit ca. 88.000 mt ca. 10% unter der Vorjahresernte von knapp 97.500 mt. Ursache für die geringere Erntemenge sind ebenfalls späte Frostperioden, die gerade der Region Nava de Campana (hier werden ca. 80% der spanischen Aprikosen- und Nektarinen angebaut) schwere Schäden zugefügt haben. Aktuelle Informationen aus den Anbaugebieten Kaliforniens fallen sehr unterschiedlich aus; von Anbauer zu Anbauer, von Anbaugebiet zu Anbaugebiet… Alles in Allem wird die Ernte in den USA früher starten als gewöhnlich, die Erntemengen sehen vielversprechend aus. Jedoch nutzen kalifornische Anbauer  die aktuelle Lage in den Europäischen Anbaugebieten aus, um die Preise für Aprikosenkerne erheblich anzuheben. Im direkten Vergleich zu den weltweiten Erntemengen in 2013 und den Ernteprognosen für 2014 stehen aufgrund der angesprochenen Probleme in den Europäischen Anbauländern und der daraus resultierenden Preissteigerung in den USA eine Ernteeinbuße von ca. 70% des gesamten Erntevolumens und ein aktuelles Preisniveau für Aprikosenkerne, welches sich zum Vorjahr bereits vervierfacht hat.

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